Chrysania Tarinius
"Chrysania Tarinius

Geboren in:

Nation:

Klasse:

Alter:

Pongmei-Tal

Cantha

Mönchin

28

 


Story:

Ich erinnere mich gerne, an meine Kindheit. Als Kind sieht man die Welt noch mir anderen Augen. Aus unschuldigen Augen…
Meine Eltern waren sehr arm gewesen. Wir lebten in einer kleinen Hütte, am Rande der Stadt im Pongmei-Tal. Mein Vater arbeitete als Holzfäller, und meine Mutter verdiente ein paar Goldmünzen durch kleinere Näharbeiten.

Wie schon erwähnt, wir hatten nie viel Geld, aber zum Leben reichte es. Gerne erinnere ich mich daran, wie ich als Kind vorm Haus spielte, während meine Mutter in unseren kleinen Garten das Gemüse hegte.
Egal wo ich war. Stets hatte ich einen Beutel dabei, in denen ich die kleinen, hölzernen Figuren aufbewahre, die mein Vater mir im Winter immer Schnitzte. Im Winter ging es uns oft sehr schlecht. In der Zeit konnte mein Vater kaum arbeiten gehen, und die Vorräte gingen schnell zur Neige.
Aber als Kind sah man das anders. Ich mochte es, wenn meine Eltern zu Hause waren. Ich spielte gerne vor dem Ofen mit meinen Spielzeugen, und konnte es kaum erwarten bis mein Vater ein neues geschnitzt hatte.

Das kleine hölzerne, pferdeänliche Wesen war eines meiner Lieblinge gewesen. Als >>Kirin<< hatte mein Vater es bezeichnet, und an dem Abend an dem er es fertig gestellt hatte, erzählte er mir etwas über diese Wesen. Er kannte sie aus den Kurzick-Wäldern, wo er sie während der Arbeit schon häufig gesehen hatte.

Dieser Abend war einer, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist. Ich saß auf dem Schoß meines Vater, in eine dicke Wolldecke eingewickelt, während meine Mutter eines der letzten Scheite Holz ins Feuer legte. Dieser Winter hielt schon lange an, und es ging uns immer mehr an die Reserven… Am Nachmittag hatte ich meine Mutter dabei beobachtet, wie sie Schnee in den Topf mit Suppe füllte. Ich dachte nichts böses, im Gegenteil, es war lustig zu zusehen wie der Schnee immer weniger wurde.
Ich muss eingeschlafen sein, denn ich wurde wach, als mich mein Vater behutsam aufs Lager legte, und mir die Decke feststeckte. Dennoch kuschelte ich mich in die vom Feuer noch immer warme Decke, und ignorierte die ernsten Stimmen meiner Eltern.
Obwohl ich schon immer sehr früh wach wurde, waren meine Mutter und mein Vater an diesem Morgen schon auf den Beinen. Mein Vater trug seinen Dicken Pelz und steckte sich gerade ein Stück hartes Brot und Käse darunter. Als er bemerkte dass ich wach war, kam er zu mir und hob mich mit der fürsorglichen Zärtlichkeit eines Vaters auf den Arm. Mit ernster Stimme nahm er mir das Versprechen ab, dass ich auch artig war. Und nach einem kratzigen Kuss für mich und meine Mutter verließ er das Haus. Ging hinaus in den Schneesturm.

Ich konnte meiner Mutter nicht entnehmen, wohin er gegangen war, oder wann er wiederkam… Seit dem Morgen an dem mein Vater gegangen war, verhielt sie sich merkwürdig. Sie schien traurig zu sein, sprach kaum ein Wort mit mir und lag nachts nicht bei mir. Zu dem Zeitpunkt hatte ich geglaubt, sie sei sauer auf mich – heute weiß ich es besser.

Nach fast fünf Tagen kam mein Vater zurück. Aber er war nicht alleine.
Unter dem Armen meiner Mutter hindurch konnte ich vor der Tür einen kleinen Karren sehen, der von zwei Ochsen durch den hohen Schnee gezogen wurde. Mein Vater sprang leichtfüßig von dem Karren, die Arme voller Lebensmittel. Quiekend sprang ich auf ihn zu, und umschlang ihn in Hüfthöhe.
Erst jetzt sah ich, dass ihm zwei weitere Männer gefolgt waren.
>>Ist sie das?<<, fragte einer von ihnen.
Mein Vater nickte, und lud die Lebensmittel ab. Ein großes Stück Schinken war darunter, Käse und getrocknetes Obst.
Der andere Mann packte mich am Arm, als ich wegrennen wollte wurde sein Griff härter.
>>Papa!<<, dies würde vorerst mein letztes Wort sein, denn danach folgte das Schweigen… Hilfe suchend hatte ich ihn angesehen, stumm gefleht. Aber hielt nur meine Mutter fest und sah mich nicht an…

Ich muss fürchterlich geschrien haben als die beiden Männer mich in den Karren luden, denn ich sah aus den Augenwinkeln, dass einige Nachbarn neugierig aus ihren Häusern lugten… Die Tür unseres Hauses hingegen, war sofort geschlossen worden, und der Karren fuhr direkt los. Schlitterte die Straße hinauf, und schon bald waren die gepuderten Hügel meiner Heimat außer Sicht, und wurde durch den Dreck der Stadt ersetzt. Hier war der Schnee Matsch und die Luft zu Gestank geworden…
Lautlos kullerten die Tränen meine Wangen hinunter. Eine Welt brach für mich zusammen. Was war geschehen? Was hatte ich böses angestellt? Ich konnte mich nicht erinnern. Das einzige was mir geblieben war, war ein kleines hölzernes Kirin…

Die Reise kam mir unheimlich lang vor, dauerte sie in Wirklichkeit doch nur ein paar Tage. Der Karren passierte einen schmalen Weg, der sich um ein kleines Gebirge schlängelte, und als es bergab ging konnte ich schon die Tore vom Kloster Shing Jea erkennen. Wie trostlos der erste Eindruck war, mit den gefrorenen Brunnen und kahlen Kirschbäumen. Wie sollte ich ahnen, dass dieser Ort einmal meine Heimat wird…
Man kleidete mich in schlichte Leinen und trug mir meine Aufgaben auf, die ich bereitwillig dennoch stets stumm erledigte. Bis an jenen Tag…

Nach dem allmorgendlichen Gebet, wurden unter uns Bediensteten die Aufgaben des Tages verteilt. Und so machte ich mich zunächst auf den Weg die Sandalen der Mönche zu ölen. Verschmiert wie ich war suchte ich den Brunnen auf um mich zu waschen. Im Hof kamen mir zwei ältere Kammermädchen entgegen, die sich im Plauderton unterhielten. Die linke trug in ihren armen die edlen Stoffe eines Mönchs die rechte ein Tablett mit Trockenobst, Weingläsern und einem Dekanter. Ich weiß es nicht mehr, war es Unachtsamkeit von ihr oder kam sie ins Stolpern… zumindest fiel ihr das Tablett zu Boden, die Gläser zerbrachen und das Obst kullerte herum. Wie es sich für eine randniedere Bedienstete gehörte eilte ich hin und half ihr das Malheur zu beseitigen, während die beiden Mädchen rege weiterplapperten. Dabei schnitt ich mich an einer der Glasscherben -und wie ich es schon immer bei kleinen Wunden- getan hatte legte ich meine Hand einige Sekunden darauf und der Schnitt war verheilt. Plötzlich herrschte Stille – das Geschnatter hatte aufgehört, und als ich zu den Mädchen hochblickte starrten sie mich mit aufgerissenen Augen an.
„Hast du das gesehen, Sharid?“
Die andere nickte.
„Was tust du da?“, sprach sie mich an.
Unberührt sammelte ich weiter die Scherben ein, übergab ihr das Tablett und ging meiner Wege. Die verblüfften Blicke der Kammermädchen ignorierte ich, zumal ich nicht antworten konnte.

Nach dem Abendgebet traf ich die beiden wieder, beziehungsweise sie lauerten mir regelrecht auf und brachten mich zu Großmeisterin Amara.
Ich kannte diese strenge Frau vom sehen. Sie war ein Kind der Kurzicks, bleich geschminkt und ihr Haar exakt hochgesteckt. Als wir in ihr Zimmer kamen, kniete sie vor einem kleinen Schrein Dwaynas und war in ein Gebet vertieft. Still verharrten wir drei, bis sich die alte Dame rührte und sich mit Hilfe eines Stabes aufrichtete.
„Ist sie das?“, fragte sie.
„Ja, Herrin. Sie ist stumm, Herrin.“
„Nun gut. Geht! Lasst uns allein!“
Mit einem kurzen Knick, verschwanden die beiden Mädchen und ließen mich zurück mit meiner Angst. Hatte ich etwas angestellt?
„Ist es wahr, was sie mir erzählten? Du besitz Heilkräfte, mein Kind?“
Ich sah ihr nicht in die Augen. Deshalb also brachten sie mich her, war es nur den Mönchen erlaubt diese Magie anzuwenden?
„Du sprichst nicht, obwohl du dazu fähig wärst. Sieh mich an!“, ihre Augen durchbohrten mich, schienen geradezu auf meine Seele zu sehen. „Hast du dich heute Mittag aus eigenen Kräften geheilt, oder erzählt man mir neuerdings Ammenmärchen?“
Ihre Stimme war hart, dennoch nickte ich nur verhalten.
„Also doch… Man wird dich einer Prüfung unterziehen Chrysania, um darüber zu Urteilen wie groß dein Segen ist.“, sie stockte als sie die Überraschung in meinem Gesicht sah. Hätte ich doch nie damit gerechnet, dass hier jemand meinen Namen kannte.
„Ziehe dich nun zurück und suche mich nach deinem Morgengebet wieder auf. Dann werden wir weiter sehen!“
Nach einer höflichen Verbeugung verließ ich das Zimmer, noch immer etwas verunsichert. Wie sollte diese Prüfung aussehen, und was würde geschehen wenn ich diese nicht bestehen würde? Ich schlief unruhig in dieser Nacht, ohne zu wissen dass es für mich die letzte Nacht im Haus der Bediensteten sein würde, denn ich bestand die Prüfung.

Und anstatt Altäre zu säubern, und Gewänder zu waschen ziehe ich nun durch die Welt um die Wunden Leidender zu versorgen. Mit dem Trost den ich bei Dwayna fand, kam auch meine Stimme zurück. Und trotz allem Heimweh verlor ich nie die Liebe zu meinen Eltern. Sie schickten mich zwar fort, dennoch im guten Willen.
Und so kehrte ich zurück - ein letztes Mal…

Im grauen Nebel sah das kleine Häuschen so trist und traurig aus, hatte ich es doch ganz anders in Erinnerung. Ich ließ eine Truhe mit Platin vor ihrer Tür abstellen und wartete im Schutz der Bäume. Am frühen Morgen öffnete ein alter Mann mit ergrautem Bart die Tür – mein Vater. Wenig später kam auch meine Mutter hinaus und sie öffneten gemeinsamt die Truhe. Das erste, was mein Vater hinauszog war ein hölzernes Kirin und ich sah wie seine Augen hoffnungsvoll die Landschaft absuchen… dies war der Augenblick zu gehen.
Sie hatten immer für mein Wohl gesorgt und nun da ich es konnte, gab ich ihnen ein kleines Stück zurück.
Als Dienerin der Heiligen kam ich ins Kloster, als Priesterin Dwaynas verließ ich es – das alles verdanke ich nur der Liebe meiner Eltern!





 





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