Tabetu Tamani
"Tabetu Tamani


Geboren in:

Nation:

Klasse:

Alter:

Kamdan

Elona

Derwisch

25


Namensbedeutung:
Tamani
[indian. zugänglicher Mensch]
Kamil [afr. der Perfekte]
Abadi [afr. Der Tröster]

Story: Wenn die Zukunft zum Abschied drängt

„Los, Aufwachen!“

Eine Peitsche knallte, eine Männerstimme schrie auf.

Tabetu öffnete die Augen. Ein Mann stand vor ihr, packte die Kette an der sie und die anderen angekettet waren und rasselte damit, um auch den Rest aufzuwecken.

„Auf! Es geht weiter!“

Tabetu stolperte, als sie aufstehen wollte doch sie stürzte nicht, da sie zwei starke Arme auffingen. Die junge Frau lächelte ihren Bruder dankbar an. Kamil war ein großer, muskulöser Krieger, mit gebräunter Haut und einem verschmitzten Lachen. Sie wollte sich gerade bei ihm bedanken, als die Peitsche erneut knallte und Kamil zusammenzucken ließ.

„Es wird nicht gesprochen!“, brüllte ein hagerer Korsar mit fiesem Blick: „Das gilt auch für dich, Tafelberg!“

Der Krieger  machte einen so unerwartet, schnellen Satz nach vorne, dass es den Mann vor ihm an der Kette fast zu Boden riss. Der Korsar wich flink aus und holte erneut mit der ledernen Peitsche aus, als…

„Gibt es Probleme?“, die tiefe Baritonstimme des Korsarenanführers ließ den anderen inne halten.

„Keine, die sich nicht mit der Peitsche in den Griff bekommen lassen, Brutus.“

Brutus trat zu Kamil heran, der neben dem Halbnorn wie ein Deldrimorzwerg wirkte. Doch dieser blieb standhaft, und wich keinen Schritt zurück.

Brutus holte aus – noch bevor seine Faust Kamils Kiefer berührte schrie Tabetu hell auf. Ihr Bruder ging zu Boden.

Wutentbrannt warf sie sich ihn ihre Ketten, ihr Mund war zum Protest geöffnet, als sie am Arm gepackt und zurückgezogen wurde: „Pschht!“

Es war Abadi, ihr zweiter Bruder, der hinter ihr angekettet war.

„Es geht weiter!“, brüllte der riesige Halbnorn und ging fort. Der hagere Korsar lachte hämisch und folgte Brutus zum Anfang der Kette.

„Kamil, du musst aufstehen.“ Tabetu beugte sich hinunter und ihr wurde übel, als sie all das Blut aus Kamils Nase laufen sah. Sie riss einen Fetzen Stoff von ihrer Kutte ab und reichte diesen ihrem Bruder. Er stöhnte leise, als er sich den Lappen ins Gesicht drückte, doch er kam gerade rechzeitig auf die Beine, um Schritt halten zu können.

Tabetu riskierte einen kurzen Blick über die Schultern, und sah die besorgten Gesichter ihrer Eltern.

Unauffällig wischte sie sich mit dem Handrücken durch das Gesicht. Vor fünf Tagen war alles noch in Ordnung gewesen – bevor die Korsaren ihr ruhiges Dorf überfallen hatten. Nun lag es in Schutt und Asche und jetzt waren sie auf dem Weg ins Landesinneren: ins wohlhabende Vaabi. Tabetu konnte nur ahnen, was man dort mit ihnen vor hatte…

Sie waren den ganzen Vormittag gegangen, und die Grenze von Kourna hatten die längst hinter sich gelassen. Die Sonne brannte erbarmungslos auf der nackten Haut und die Mittagshitze war schier unerträglich. Tabetu beneidete die Korsaren um ihren Kaftan, der sie von den brennenden Sonnenstrahlen abschirmte.

Als die Sonne am Zenit stand, machte sie rast am Ufer eines Flusses. Das man sie wie Tiere tränkte fiel der jungen Frau gar nicht auf – zu groß war ihr Durst. Kamil nutze die Gelegenheit sich das Blut aus dem Gesicht zu waschen.

„Danke deinem Gott, Kamil, denn sie ist nicht gebrochen.“ flüsterte seine Schwester, als sie vorsichtig seine Nase abgetastet hatte.

„Er hat sie nur gestreift. Wehe diesem Norn, wenn ich jemals diese Kette los werde. Ich breche ihm jeden einzelnen seiner Riesenknochen!“

Tabetu sah ihren Bruder mahnend an. Sie wusste, das er ein ausgezeichneter Krieger war, und dennoch. Ohne Waffe gegen diesen Halbnorn hätte er ebenso gute Chancen gehabt, wie ein Kaninchen gegen einen Löwen. Sie schwieg dennoch.

Kamil erhob sich, um nach ihren Eltern zu sehen. Doch Tabetu kniete noch immer vor dem Wasserloch und starrte auf die glatte Oberfläche – der Himmel spiegelte sich in ihr…

Abadi griff nach ihren Handgelenken und zog sie sanft auf die Füße: „Es geht weiter.“, hauchte er kaum hörbar. Abadi war das groteske Gegenteil von Kamil. Gerade einen Kopf kleiner als sein Bruder, jedoch viel schlanker und zerbrechlicher. Seine Gesichtszüge waren weich und sein Lachen stets warm und aufheiternd.

Als das Rasseln der Ketten lauter wurde, kamen Tabetus Gedanken zurück. Nur ungern setzte sie sich in Bewegung.

Es war fast Abend, als die Karawane erneut anhielt. In der Ferne konnten sie den Fluss an dem sie gerastet hatten noch erkennen. Und oberhalb des Flusses leuchteten kleine Lichter, die sich zwischen den Felsen verloren.

„Wo sind wir?“ fragte Tabetu.

„Im Vehtendi-Tal. Das dort hinten muss der Markt von Yahnur sein.“ antwortete Kamil.

Er war während seiner Kriegerausbildung weit herum gekommen.

„Yahnur?“, Tabetu wollte nachhaken, doch plötzliche Unruhen ließen sie einhalten.

Die drei Geschwister blickten zurück, zum Ende der Kette. Dort banden die Korsaren einige Leute los, um sie an einer zweiten Kette zu bündeln. Der Halbnorn ging von hinten nach vorne an den Gefangenen vorbei und deutete währenddessen immer auf die Alten. Als er an Kamil vorbeikam kniff dieser die Augen zusammen und seine gefesselten Hände ballten sicht zu Fäusten.

Brutus ging unbeirrt weiter, zeigte auf einen alten Mann vor Kamil und sagte: „Und dieser geht auch in die Mienen!“. Tabetu hielt die Luft an. Sie stieß Kamil an, und deutete auf die zweite Kette: auch ihre Eltern waren umgekettet worden.

Tabetu wimmerte.

„Jetzt nicht!“ zischte Kamil und Tabetu spürte die Wut in ihrem Bauch aufsteigen.

Es war ein Szenario, welches sie nie vergessen würde: Kinder schrien, die Halbstarken welche sich zu wehren versuchten wurden mit der Peitsche gezüchtigt, und die Alten rücksichtslos verdroschen, wenn sie versuchten einzugreifen.

Ein älterer Mann stürzte zu Boden, und Tabetu wandte den Blick ab, als der riesige Halbnorn über ihm thronte.

„Wir müssen doch etwas tun, Abadi.“ flehte seine jüngere Schwester.

„Kamil hat recht. Wir können nichts tun. Nicht jetzt.“ er nahm die Hand seiner Schwester und wollte etwas sagen, als einer der alten Männer rief: „Tut ihm nichts! Nimm doch mich, aber bei Melandru, verschont ihn!“.

Tabetu hob den Blick. Sie erkannte den jüngeren der Hirtenbrüder, die drei Hütten neben ihnen gewohnt hatten. Sein Bruder lag reglos am Boden, und rotes Blut durchtränke den heißen Sand. Die Korsaren ließen ihn liegen, und zogen mit den alten Richtung Nord-Westen weiter. Tabetu warf sich erneut in die Ketten.

„Nein!“, Kamil riss sie zurück.

„Unsere Eltern, Kamil!“ schluchzte sie. Sie schaute den anderen hinterher, und sie traf den Blick ihrer Mutter.

„Wir werden sie finden, wenn wir frei sind. Ich weiß, wo die Vehin-Mienen sind!“

„Weiter geht’s!“ Brutus ging erneut an ihnen vorbei, und Tabetu blieb nichts anderes übrig als dem Rest zu folgen, und zu hoffen, dass ihr großer Bruder einen Plan hatte.

Am Morgen des nächsten Tages kämpfte sich die Karawane den letzten Hügel hinauf. Doch oben angekommen gab es keine Pause und der Abstieg zum Kodash-Basar begann. Die Sonne stieg auf, als sie das Stadttor erreicht hatte. Und wie am Tag zuvor ging der Halbnorn erneut durch die Reihen um seine Ware nach Qualität zu sortieren. Tabetus Sicht wurde unterbrochen. Sie sah hinauf zu ihrem Bruder.

„Du wirst tun, was ich sage. Versprich es!“ Kamils stimme war todernst.

Die junge Frau sah ihn fragend an.

„Tabetu versprich es mir! Mach keine Dummheiten!“

Unsicher nickte sie, und sah wie ihre Brüder wissende Blicke austauschten.

Brutus’ Stimme kam näher, und Kamil nahm seinen Platz in der Reihe ein. Nun sah Tabetu, dass die Korsaren dieses Mal Frauen aussortierten und erneut an eine separate Kette fesselten. Als der Halbnorn bei ihr selbst ankam, und sie grob am Kinn packte um sie zu begutachten wie einen Esel, blieb Kamil verdächtig ruhig und so ließ sie die Prozedur über sich ergehen.

„Die auch.“ sagte Brutus schließlich und ging zur nächsten Frau.

Der hagere Korsar, kam mit einem Gehilfen, der die andere Kette hielt zu ihnen. Als er bei Tabetu war und sie den Ring mit den vielen Schlüsseln sah, blickte sie ängstlich zu Kamil hinauf, doch dieser sah nur desinteressiert in die Richtung des Halbnorn am Ende der Schlange.

Die beiden Korsaren machten sich an den Schellen der jungen Frau zu schaffen, um sie an die Kette zu binden, an der bereits drei weitere Frauen gefesselt waren. Das Schloss klickte, Tabetu sah hinab zu ihren Handgelenken und verpasste somit den Augenblick, da Kamils Fäuste gegen die Schläfen des Korsaren krachten. Der hagere keuchte, als der Krieger anschließend seine eiserne Kette um dessen Hals schlang.

Tabetu wurde am Arm gerissen: „Lauf!“ rief Abadi. Sie zögerte.

„Tu’ was er sagt!“, schrie Kamil von hinten, der ihr nun den Rücken kehrte um Brutus aufzuhalten, der wie ein Tobender Ntouka angerannt kam.

Tabetu hob die Schlüssel auf, warf sie den Frauen zu, sprang durch das Stadttor und verschwand im Markttreiben.

 

Jener Tag sollte der letzte sein, an dem sie Kamil sah…

Tabetu versteckte sich auf dem Basar vor ihren Häschern, und nutzte die Nacht zur Flucht. Sie irrte mehrere Tage umher und wurde schließlich von einem Gesandten der Sonnenspeere aufgegriffen. Mit ihrer Hilfe fand sie die Mienen an den man ihre Eltern verkauft hatte. Allerdings war es für ihre Eltern zu dem Zeitpunkt bereits zu spät.

Aus Dank, stellte sie sich in die Dienste der Sonnenspeere, die sie den Umgang mit der Sense lehrten und sie zu einem Derwisch ausbildeten.

Als sich eine erneute Dunkelheit ankündigte, in der man den Namen Abaddon flüstere, und eine tyriansiche Nekromantin zum Krieg gegen ihn und dessen Dienern aufrief, war Tabetu eine der vielen Randfiguren, die in den Kampf gegen Varesh Ossa zogen.

Nach diesen vielen Schlachten, und der erfolgreichen Verbannung Abaddons, hing Tabetu ihre Sense für immer an den Nagel.

Sie verdiente sich nun ihr Brot durch Handeln, und zog von Markt zu Markt. So kam es auch, dass sie durch einen kleinen Zufall Abadi treffen sollte, der inzwischen Eunuch am Hofe Bokkas war, und der mit seinem Schicksal zufrieden schien.

Tabetu dagegen würde rastlos die Kontinente durchstreifen, bis sie die eine Möglichkeit finden würde, Kamil für sein Opfer zu danken…



  





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